Kaffee mit ungeahnter Wirkung

Kaffee oder Kaffee- und Kalorienhaltiges Getränkepulver - das ist hier die Frage.

Kaffee oder Kaffee- und Kalorienhaltiges Getränkepulver – das ist hier die Frage.

Wieder einmal hat es die Lebensmittelindustrie geschafft, dass ich mir verwundert die Augen reibe und mich über deren Dreistigkeit wundere. Was ist passiert? Nun, da stehe ich im Laden und wundere mich, warum Gala Kaffee von Eduscho im Angebot günstiger ist als ein No-Name-Produkt daneben. Auf der Gala-Packung steht vorne „mit Karamell“ drauf, was mich automatisch die Zutatenliste suchen lässt. Und was ist drin im „noblen“ Markenprodukt Gala mild und Gala vollmundig? Nur noch 89% Röstkaffee, ein wenig Karamell, und ansonsten Maltodextrin, ein geschmacksneutrales dafür aber kalorien- und kohlenhydratreiches Streckmittel, welches ansonsten auch in hochkalorischen Trinknahrungen eingesetzt wird.

Der Hersteller spart also über 10 % am teuren Kaffee ein und ersetzt ihn durch ein Streckmittel aus dem Chemiebaukasten. Somit wird der Kaffee milder im Geschmack. Tja, da könnte der mündige Verbraucher auch einfach weniger Kaffeepulver und mehr Wasser nehmen, davon hat aber die Tchibo GmbH nichts.

Neben teuren Rohstoffen spart der Hersteller auch einiges an der in Deutschland hohen Kaffeesteuer: Reiner Röstkaffee ist mit € 2,19 pro Kilogramm versteuert, enthält das Endprodukt unter 90 % Röstkaffee sind nur noch € 1,76 pro Kilogramm fällig. Somit erklärt sich der niedrigere Endverbraucherpreis durch die niedrigere Steuerlast, da man ein lt. Kaffeesteuergesetz minderwertiges Produkt kauft.

Was mich aber am meisten an diesem Vorgehen ärgert, ist die mögliche Auswirkung auf die Gesundheit vieler Verbraucher. „Echter“ schwarzer Kaffee ist ein kalorienfreies Getränk. Für Diabetiker, Abnehmwillige und andere Verbraucher, die bei ihrer Ernährung auf die Kohlenhydratmenge (Broteinheiten) achten müssen, zählt schwarzer Kaffee als ein nicht anzurechnendes Lebensmittel und ist grundsätzlich erlaubt. Der in Gala mild und Gala vollmundig verwendete Füllstoff Maltodextrin ist dagegen ein Kohlenhydrat und bei Diabetes oder Reduktionsdiält ungeeignet.

Maltodextrin enthält auf 100 g die gleiche Anzahl an Broteinheiten (nämlich 8,5 BE) wie Rübenzucker, nur der süße Geschmack fehlt. Da trinkt also der achtsame Diabetiker sein Kännchen Kaffee mit speziell Diabetiker-geeigneten Süßstoff, nur damit die Lebensmittelindustrie ihm Maltodextrin unterjubelt? Und welcher Verbraucher ahnt denn die Folgen, wenn er seinen Gästen nichtsahnend einen mit Maltodextrin gestreckten Kaffee vorsetzt? Müssen jetzt alle Ernährungsratgeber, speziell für Diabetiker, umgeschrieben werden, weil ab sofort auch schwarzer Kaffee Kohlenhydrate und somit Kalorien enthalten kann?

Der Vollständigkeit halber sei erwähnt, dass rein gesetzlich gesehen alles seine Ordnung hat, solange auf der Packung im Kleingedruckten die Zusammensetzung steht. Nicht überall wo Kaffee draufsteht muss also reiner Kaffee drinnen sein…

Links zum Thema:

Bookmark and Share

Schlagworte: Eduscho, Gala, Kaffee, Kaffeesteuer

1 Kommentar

  1. […] enthalten 50g Zucker). Und denke bloß nicht, dass jeder Kaffee beim Abnehmen hilft. Oftmals ist bis zu 12% Zucker in Form von Maltodextrin im Kaffee – bedeutet 120 Gramm Zucker auf einen Kilo […]

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.