Espresso, Caffe latte, Cappucino und Co.

Foto: Robert Marggraff / aboutpixel.de

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Zu einem Co-Cooking-Abend gehört er fest dazu – der kleine starke schwarze Espresso danach.

Sanftere Gemüter bevorzugen einen Cappucino, wer`s stärker mag greift zum Cafe ristretto oder gar einem Espresso coretto. Nein, das hier ist kein Italienisch-Kurs für Anfänger…

In den Innenstädten entstehen immer mehr Kaffee-Bars (neudeutsch „Coffee Shops“) statt traditioneller
Kaffeehäuser, so dass das Bestellen einer Tasse Kaffee fast zu einer internationalen Herausforderung wird. Das dort ausgeschenkte künstlich aromatisierte Zeugs hat mit klassischen italienischem caffe allerdings ebenso wenig zu tun wir ein 70er Jahre Burkhoff-Filterkaffee mit Sahnehaube.:

Wo liegt nun der Unterschied zwischen Cafe latte und Café au lait? Lieber Espresso macchiato, Wiener
Melange
oder lieber eine Latte macchiato?

Italienische Kaffeespezialitäten basieren meist auf dem was man bei uns Espresso in Italien einfach „caffe“ nennt. Diese Thema ist den Italienern so heilig, dass es sogar ein eigenes Nationales Institut für den italienischen Espresso gibt. Um einen echten Espresso italiano herstellen und verkaufen zu dürfen bedarf es der

  • Anwendung einer zertifizierten Bohnenmischung;
  • Verwendung von zertifizierten Geräten (Kaffeemaschine und Mühle/Meßlöffel);
  • und dem Einsatz vom qualifizierten Personal.

Genau gesagt muss ein Espresso folgende technische Details erfüllen:

  • Notwendige Menge an gemahlenem Kaffee = 7 g ± 0,5
  • Wassertemperatur beim Ausgang des Aggregats = 88°C ± 2°C
  • Getränktemperatur in der Tasse = 67°C ± 3°C
  • Druck Wassereingabe = 9 bar ± 1
  • Durchlaufzeit = 25 Sekunden ± 2,5 Sekunden
  • Viskosität bei = 45°C > 1,5 mPa s
  • Gesamtfette = > 2 mg/ml
  • Coffein= 100 mg/Tasse
  • Milliliter in der Tasse (einschließlich Creme) = 25 ml ± 2,5

Nun gut, als kritischer Kaffeetrinker erkennt man einen guten Espresso einfach am Geschmack. Gute Espressobohnen, natürlich frisch gemahlen, und eine „vernünftige“ Espressomaschine taugen für den Hausgebrauch. Vieltrinkern empfiehlt sich ein Vollautomat, ansonsten ist eine gute Siebträger-Maschine die bessere Wahl. Nie vergessen sollte man, die Tasse vorzuwärmen. Ein Espresso wird nicht mit kochendem Wasser zubereitet wie Filterkaffee, sondern bei niedrigerer Temperatur gewonnen. In dünnwandigen Espressotassen kühlt der Kaffee zu schnell ab. Dickwandige Espressotassen würden kalt zuviel Energie aufnehmen, so dass frischer Espresso an Wärme verliert. Deshalb müssen die Tassen immer vorgewärmt werden, um eine Temperatur zwischen 64° und 70°C zu erhalten. Die dickwandigen Tassen speichern diese Temperatur lange genug um den Espresso entspannt genießen zu können.

Espresso ist das Ausgangsprodukt für zahlreiche italienische Kaffeespezialitäten, die sich großer Beliebtheit erfreuen. Aber auch in anderen Ländern finden sich zahlreiche Kaffeevariationen.

Kaffee- und Espresso-Spezialitäten ohne Milch

Espresso oder Caffe auf Italienisch:

7g Espressopulver und Wasser ergeben 25ml Lebenselixier.

Espresso doppio

Ein doppelter Espresso: Doppelt soviel Pulver, doppelt soviel Wasser.

Espresso ristretto oder Espresso corto

7g Espressopulver, aber nur die halbe Menge Wasser (12,5ml)

Doppio ristretto

14g Espressopulver mit nur 25ml Wasser.
Das macht die schwächsten Männer wieder munter!

Espresso lungo

7g Espressopulver mit mehr Wasser als normal, quasi „verlängert“.

Café crème oder Schümli

Unter Druck gebrühter Kaffee mit gleichmäßiger Creme bzw. „gleich kleinem Schaum“ (=“Schümli“). Zur Zeit in Mode durch Kaffeepad-Maschinen.

Türkischer Mokka

Staubfein gemahlene Kaffeebohnen werden mit Wasser und Zucker mehrfach aufgekocht und ohne Filtrieren auf die Mokkatassen aufgeteilt.
Oft wird Mokka mit Kardamom oder Zimt verfeinert.

Filterkaffee

Den kennt wohl jeder. Kaffeepulver wird in einem Papierfilter mit siedend heißem Wasser überbrüht. Geschmacklich besser ist handgefilterter Kaffee, da hier eine größere Menge heißes Wasser mit dem Pulver in Berührung kommt. Gerade bei einfachen Kaffeemaschinen tröpfelt das heiße Wasser nur auf einen Teil des Pulvers, wodurch sich weniger Aroma entfaltet und (vor allem bei kleineren Mengen) der Kaffee schneller kalt wird als einem lieb ist.

Kaffee- und Espresso-Spezialitäten mit Milch

Cappuccino

Der Klassiker aus je einem Drittel Espresso, heißer Milch und MIlchschaum. Serviert wird in einer 125 bis 200 ml fassenden Tasse, evtl. bestreut mit einem Hauch Kakao. Der Name stammt von den Kapuzinger Mönchen mit ihrer gleichfarbigen Kapuze.

Kapuziner

Österreichische Form der italienischen Cappuccino und leider allzu häufig in mittelklassiger Gastronomie vorzufinden: Statt Milchschaum krönt ein Klecks Schlagsahne die Mischung aus Espresso und Milch.

Espresso macchiato

Espresso mit einem Schuss geschäumter MIlch, in einer Espressotasse serviert.

Latte macchiato

Eine größere Menge heißer Milch kommt in ein hohes Glas, darauf eine Haube aus Milchschaum. Nun gibt man vorsichtig einen Espresso hinzu. Durch die unterschiedliche Dichte bilden sich drei Schichten aus: Milch, Espresso, Schaum.

Caffe latte

Der italienische Milchkaffee. Große vorgewärmte Tasse, viel heiße MIlch, ein oder zwei Espresso. Eventuell mit etwas Milchschaum krönen.

Café au lait

Der französische Milchkaffee. Traditionellerweise in einer „boule“, einer Schale ohne Henkel serviert. Starker Filterkaffee oder Café crème wird mit viel heißer Milch verdünnt und vorzugsweise zum Frühstück genossen.

Caffe mocca

Zu je einem Drittel Espresso, heiße MIlch und Kakao, nach Belieben mit etwas Milchschaum.

Wiener Melange

Filterkaffee oder Café Crème halb und halb mit heißer aufgeschäumter Milch. Im Gegensatz zum Cappuccino nicht mit Kakao bestreut.

Kaffee- und Espresso-Spezialitäten mit Alkohol

Espresso corretto

Ein Espresso mit einem guten Schuß Grappa. Durch die Wärme des Kaffees soll sich die Qualität der Spirituose leicher bewerten lassen. Statt Grappa kann man auch Amaretto oder Cognac verwenden.

Pharisäer

Von wegen nur harmloses Kaffeetrinken… So eine Tasse hat es in sich:
2 Esslöffel Zucker mit 60ml braunem Rum erwärmen, 150 ml frisch gebrühten starken Filterkaffee dazugeben. Angeschlagene Sahne vorsichtig als Haube aufsetzen (so merkt keiner, dass sich darunter etwas alkoholisches versteckt!).

Irish Coffee

Der irische Pharisäer. Whiskey mit braunem Zucker erwärmen und mit Filterkaffee auffüllern. Mit einer Haube aus angeschlagener Sahne servieren.

Rüdesheimer Kaffee

Der Rüdesheimer Pharisäer. Statt Rum oder Whiskey nimmt man Weinbrand.

Alles heiß, oder?

Das waren sie nun, die Kaffeespezialitäten, die man kennen sollte. Zumindest diejenigen, die man heiß trinkt. Manch einer mag`s ein wenig kühler, für mich muss Kaffee jedoch heiß sein. Weitere Infos zum Thema findet Ihr in den unendlichen Weiten des WWW.

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Schlagworte: Espresso, Kaffee

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