Kennzeichnung allergener Stoffe in Lebensmitteln

Was ist drin in der Wurst?

Aufgrund der EU-Gesetzgebung werden wir bald mehr über die Inhaltsstoffe unserer Lebensmittel erfahren. Ende letzten Jahres wurde die deutsche Lebensmittelkennzeichnungsverordnung zur Kennzeichnung allergener Zutaten dem EU-Recht angepasst. Nach Ablauf der Übergangsfrist am 24.11.2005 werden wir noch genauer erfahren, was in Fertigprodukten so alles steckt. Reichte bisher z.B. die Bezeichnung „Gewürze“ aus, wird zukünftig eine Aussagee über deren Bestandteile getroffen werden müssen – zumindest wenn Bestandteile Allergien auslösen können.

Und Allergien auslösen – das kann so ziemlich jeder Stoff, schließlich kommt es dabei nicht nur auf die stoffliche Beschaffenheit, sondern auf die individuellen Empfindlichkeiten des Allergikers an. Die Angabe „Gewürze“ muss somit z.B. um den Zusatz „u.a. Sellerie“ ergänzt werden.

Die Zutatenliste gleicht sich sozusagen einem Medikamenten-Beipackzettel an, denn Allergien sind nahezu auf alles möglich:

„Achtung, dieses Produkt enthält…
…Erdbeeren!
…Weizenmehl!
…Erdnüsse!
…Milch!
…Pistazien!“

Die Zutatenliste ist übrigens nach Mengenanteilen geordnet; das, wovon am meisten drin ist, steht an erster Stelle. Erst unterhalb von zwei Prozent entfällt diese Regel.

Die neue Kennzeichnungsverordnung gilt zunächst nur für Fertigverpackungen, die an Endverbraucher abgegeben werden. Wie in Zukunft offene Waren, z.B. an der Metzgereitheke, gekennzeichnet werden müssen, ist noch in der Diskussion.

Problematisch erscheint dies insbesondere, weil somit selbst die gewerblichen Einkäufer und Verarbeiter von Convenience-Produkten weniger über die Bestandteile „ihrer“ Produkte informiert werden, als der Endverbraucher im Supermarkt.

Weitere Infos zum Thema Lebensmittelrecht findet Ihr z. B. bei der „Gewürzfirma“ RAPS.

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Schlagworte: Allergien, Lebensmittelrecht

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