Zitronenmarmelade selbstgemacht – ohne Gelierzucker!

Heutzutage Marmelade zu kochen ist kein großes Kunststück. In diesem Artikel erfahrt ihr, wie ihr Marmelade ganz ohne Zusatz von Pektin (bzw. Gelierzucker) herstellen könnt.

Selbstgemachte Zitronenmarmelade ohne Gelierzucker

Selbstgemachte Zitronenmarmelade ohne Gelierzucker

Schwierig ist es nicht Marmeladen zu kochen: Im Handel finden sich verschiedenste Einmachhilfen und Gelierzucker, der nur noch mit Früchten/Säften vermengt und kurz aufgekocht werden muss. Je nach Verhältnis von Gelierzucker zu Frucht (1:1, 1:2 oder sogar 1:3) desto mehr Zusatzstoffe finden sich im Päckchen und nachher in der selbstgemachten Marmelade. Dabei wirkt schon Zucker alleine (in entsprechend hoher Menge) konservierend. Das klassisches Geliermittel in Marmeladen ist Pektin, ein Bestandteil von Pflanzenzellwänden. Vor allem Zitrusfrüchte enthalten davon große Mengen. Warum also nicht einmal eine Marmelade kochen, bei der auf alle unnötigen Zusätze – also auch den Gelierzucker – verzichtet wird, die nur aus Früchten, Zucker und Wasser besteht? Alles was man dazu braucht ist Zeit. Viel Zeit. Aber es funktioniert. Viel Spaß beim Ausprobieren!

Zitronenmarmelade selbstgemacht – ohne Gelierzucker!

  • Zubereitungsdauer:
  • Garzeit:
  • Gesamtzeit:
  • Schwierigkeitsgrad: einfach

Zutaten:

  • 10 Bio-Zitronen
  • ca. 1,5 l Wasser
  • ca. 2 kg Zucker

Zubereitung:

  1. Die Zitronen werden heiß gewaschen, halbiert und der Saft ausgepresst. Das Innere der Schalen (also die Häute der einzelnen Fruchtsegmente sowie Kerne) wird mit einem Löffel ausgekratzt und beiseite gestellt. Die Fruchtschalen (also das gelbe Äußere sowie die dickere weiße Schale) werden in dünne Streifen geschnitten.

  2. Die in Streifen geschnittene Schale gibt man mit dem ausgepressten Saft in eine große Schüssel. Das zur Seite gestellte Fruchtinnere (da ist das Pektin drin!) gibt man in einen Stoffbeutel, knotet diesen gut zu und gibt ihn mit in die Schüssel. Man gießt einen Teil (oder alles, je nach Schüsselgröße) des Wassers dazu und stellt das Ganze über Nacht, besser für 24 Stunden in den Kühlschrank.

  3. Am nächsten Tag füllt man den Inhalt der Schüssel um in einen großen Kochtopf und gibt evtl. das restliche Wasser zu. Die Streifen und der Stoffbeutel müssen halbwegs in der Flüssigkeit schwimmen können. Deckel drauf und ca. 45 bis 60 min sanft kochen lassen. Zitronenschale ist schließlich hart und muss erst weichgekocht werden. Je nach Dicke der Streifen dauert das etwas länger oder kürzer. Die Zitronenschalenstreifen müssen sich zwischen Daumen und Zeigefinger leicht zerdrücken lassen, dann sind sie fertig.

  4. Jetzt wird der Beutel mit den Überresten des Fruchtinneren entfernt. Man muss den Beutel sehr gut ausdrücken, um möglichst viel Pektin daraus zu erhalten. Beim Ausdrücken merkt man bereits, wie die gewonnene Flüssigkeit aus dem Beutel immer dicker und klebriger wird. Die Fruchtreste im Beutel landen in der Biotonne, der Beutel wandert in die Wäsche fürs nächste Mal, die Flüssigkeit gibt man zu der Zitronenschale im Kochtopf.

  5. Nun wiegt man die Fruchtmasse ab und gibt die gleiche Menge Zucker (ca. 2 kg) dazu. Den Zucker auf keinen Fall vorher zugeben, da sonst die Schalenstreifen zäh werden können. Unter Umrühren erhitzen, bis der Zucher gelöst ist. Anschließend aufkochen und bei größter Hitze im offenen Topf für 20 bis 30 min wallend kochen. Sollte sich ein fester Schaum bilden, schöpft man diesen ab. Mit einer Gelierprobe immer wieder prüfen, ob die Marmelade fertig ist: einfach einen Teelöffel der Flüssigkeit auf einen kalten Teller geben; bildet sich ein Film ist die Marmelade fertig.

  6. Sofort in vorher heiß ausgespülte Marmeladengläser füllen, mit Deckel verschließen, auf den Kopf stellen und erkalten lassen.

  7. Mmmmmhhhh, lecker!

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Kommentare: 4

  1. Wolfgang 1. Juli 2014 at 11:15 Reply

    Also ich habe Zitronenmarmelade gemacht, die ist traumhaft gut geworden. Ich habe mir viele unterschiedliche Rezepte durchgelesen und die fuer mich logischsten Punkte herausgenommen und angewendet.
    Zutaten: 6-7 Zitronen (etwa 1.5kg)
    1.5 l Wasser
    1.5 kg normalen Zucker (keinen Gelierzucker)

    Sonst nichts!!!
    ich wasche und buerste die Zitronen gut ab.
    Schneide sie in Haelften,
    Schneide duenne Stuecke der Rinde ab…moeglichst ohne das Weisse,
    Hacke und schneide diese Schalen zu duennen kleinen Stuecken,
    Schneide das Weisse von den Haelften auch ab (scharfes breites Messer),
    Wenig weisses bleibt dran (gibt Geschmack),
    Schneide die Zitronenhaelften in kleine Stuecke und alles in einen Topf
    Fuelle das Wasser auch hinein und decke den Topf zu mit Deckel.
    Das ganze bleibt in kuehlem Raum 24 Stunden stehen (Entwicklung des Pekorins)
    naechsten Tag bringe ich alles zum Kochen und lasse es 40-50 Minuten auf kleiner Flamme langsam kochen (etwas Wasser verdampft dabei)
    danach wiege ich den Topfinhalt ab (das Gewicht des Topfes geht natuerlich ab)
    und fuege entsprechend des Gewichtes genauso viel Zucker hinzu (etwa 1.5 kg),
    das ganze wird nun aufgekocht und unter staendigem Ruehren mit Holzloeffel etw 20 Minuten auf mittlerer Flamme gekocht.
    Fertig….und alles ohne chemischen Zusaetze. !!
    Nun fuelle ich es in saubere Glaeser ab und stelle diese auf ein nasses Tuch zum Abkuehlen….das dauert ein paar Stunden,
    Beim Abkuehlen geliert die Marmelade und ist genau richtig wenn es kalt geworden ist.
    Wichtig ist die Zeit…die 24 Stunden Lagerung der Masse im Wasser…denn dadurch erst wird das Pekorin entwickelt…aus der Schale und verbleibt im Wasser…und genau dadurch geliert die Marmelade….alles ohne Gelatine-Zutun!!
    Demnaechst werde ich noch etwas variieren…z.B. etwas Minze zerhacken und dazu tun, oder auch 1 Limone oder Apfelsine hinzutun…viel Spass!!

  2. Ralph Lindner 1. Juli 2014 at 11:22 Reply

    Hallo Wolfgang,
    vielen Dank für Deine Hinweise. Das klingt sehr plausibel, was Du schreibst.
    Zeit ist ja oft der beste Koch.
    Viele Grüße
    Ralph

  3. Barbara 13. April 2016 at 11:32 Reply

    Grüß Gott beieinander.
    Gerade hab ich meine blühenden Bäume von sehr reifen Zitronen befreit.
    Das Rezept gefiel mir gut, da es keinen Gelierzucker enthält.
    Ein wenig ins Schleudern geriet ich, weil meine Marmelade viel zu sauer war.
    Meine 2kg geköchelte Masse mit 2kg Zucker reichte nicht.
    Ich habe vor dem Kochen 2,5kg Frucht gehabt.
    Noch 500gr Zucker dazu und die Marmelade hat die richtige Süße.
    Fazit:
    Pro 1 Kg zerkleinerte Zitronen 1kg Zucker; und die Prise Salz nicht vergessen. 🙂

  4. Doro 28. September 2017 at 15:36 Reply

    HAb die MArme nun auch mal versucht.EInfach koestlich.
    Liebe Gruesse aus Namibia

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