Bericht über unseren Sauce Hollandaise-Wettbewerb

Und die Werbung hat doch Recht…

…’zwiegespalten‘ möchte ich mein Gefühl beschreiben, bei dem Eingeständnis, dass die Werbung DOCH Recht hat. Warum, das kann sich denken, wer mich, meine berufliche Tätigkeit und meine Meinung zu Fertigessen besser kennt.

Aber genug der Andeutungen:

Fakt ist: Wir haben verglichen! Und zwar eine handgerührte Sauce Hollandaise mit besten Zutaten von Martin – mit einer Fertigware von THOMY und einer Anrührhollandaise aus dem Reformhaus. Das Ergebnis war für uns eine echte Überraschung!

Unsere Vergleichskandidaten:

1. Frisch gemachte Sauce Hollandaise

Zutaten:

  • 3 Eigelb
  • 3 EL Wasser
  • 175g Butter
  • Salz, Pfeffer, Zucker
  • Saft einer halben Zitrone.

Zuerst die Butter klären. Dazu die Butter in einem Topf erhitzen und aufschäumen lassen. Leicht abkühlen lassen, das geronnene Eiweiß auf der Butter abschöpfen und nur die klare, flüssige Butter verwenden. In einer Schüssel auf dem Wasserbad (oder auf ganz kleiner Flamme) das Eigelb mit dem Wasser schaumig rühren. Nun nach und nach die flüssige Butter mit dem Schneebesen einrühren, zuerst tropfenweise, dann im dünnen Strahl. Und immer weiterrühren und konstant warm halten, aber nicht zu heiß werden lassen (sonst gerinnt das Eigelb). Zuletzt mit Zitronensaft, Salz, Pfeffer und einer Prise Zucker abschmecken.

2. Erntesegen Sauce Hollandaise

Bioprodukt aus dem Reformhaus (Beutel zum Anrühren): Beutelinhalt in lauwarmes Wasser einrühren und aufkochen lassen. Butter unterrühren, fertig.

Zutaten des Pulvers (aus kontr. biol. Anbau): Maltodextrin, Eigelbpulver, Maisstärke, Steinsalz, Magermilchpulver, Verdickungsmittel Xanthan, Säuerungsmittel Zitronensäure.

3. Thomy (Fertigprodukt)

Combiblock aufschneiden, Inhalt in ein mikrowellengeeignetes Gefäß füllen, Mikrowelle einschalten … fertig.

Zutaten der Fertigsauce: Wasser, Sonnenblumenöl, Butterreinfett 10%, modifizierte Stärke, Eigelb, Kochsalz jodiert, Karottenextrakt, Weizenmaltodextrin, Tafelessig, Zucker, Geschmacksverstärker Natriumglutamat, Zitronensaftkonzentrat, Aromen, Verdickungsmittel Xanthan, Zwiebeln getrocknet, weißer Pfeffer.


Als Martin endlich mit seiner Sauce Hollandaise fertig war, brachten wir alle drei Saucen zum „Blindtest“ auf den Tisch.
Ganz schnell waren wir Erwachsenen uns einig: Die hausgemachte Sauce roch angenehm buttrig, sie schmeckte fantastisch zum Spargel, fett und schwer aber leicht zitronig und verdammt lecke! Die „Erntesegensauce“ sah dagegen recht blass aus. Sie sah nicht nur so aus, sondern schmeckte auch dezent nach wenig – was aber auch nicht störte. Man kann sie essen, ohne dass sie einen negativen Eindruck hinterlässt. Einig waren wir uns auch bei der Beurteilung der Sauce „Hollandaise“ von Thomy, deren Einschätzung ich jetzt nur ganz vorsichtig wiedergeben möchte, um nicht juristische Konsequenzen befürchten zu müssen. Elke beschrieb den Geruch wohlwollend kritisch mit „Mensaessen“.
Der Geruch lässt die selben Aromastoffe vermuten, die auch in Kartoffelchips „Sour Cream and onion“ verwendet werden. Weitere Vergleiche lassen wir hier lieber weg. Ihr könnt das ja selber testen, wenn ihr möchtet. Der Geschmack der Sauce bestätigte die bereits anhand des Geruchs entstandenen Erwartungen.

Ich persönlich würde in jedem Fall etwas zerlassene Butter auf dem Spargel dieser „Sauce“ vorziehen.

Ich persönlich würde aber  auch gar keine Sauce dieser Sauce vorziehen.

Nun aber Genug der Nörgelei!

Wir wollten ja überprüfen ob die Werbung Recht hat und KINDER Spargel mit Fertigsauce Klasse finden.

Und ja, wir müssen eingestehen: Unsere nicht-repräsentative Befragung zweier – ansonsten äußerst netter und lieber – Kinder bestätigte die Werbeaussage: KINDER MÖGEN SAUCE HOLLANDAISE von THOMY.

Wir Erwachsenen guckten etwas betreten drein, als die Kinder ihre Wertung abgaben, die sich in etwa folgendermaßen zusammen fassen lässt:

  • zu Martins handgemachte Sauce: „Ihh, die orangene ist ja eklig, igitt…“
  • Erntesegen-Sauce: – wurde nicht so richtig deutlich wahr genommen, aber auch keine Beschwerden.
  • Thomy-Sauce: „hmmm, lecker…“

Scheinbar wissen die Food-Designer bei Nestle sehr gut, was sie tun und auch die Werbeleute haben ihre Arbeit gut gemacht. Die große Frage, die wir hier natürlich nicht beantworten können: Ist der Geschmack von Kindern einfach so, dass sie „sowas“ mögen. Oder sind heutzutage Kinder schon so sehr auf Industriefertigessengeschmack getrimmt?

In jedem Fall sehen wir eine Aufgabe darin auch mit Kindern zu kochen und ihnen dabei den Spaß an gutem frischen Essen zu vermitteln. Wer es von klein auf gelernt hat gut zu Essen und gute Nahrung zuzubereiten, dessen Einkaufskorb wird vermutlich auch später einmal anders aussehen, als das, was man heutzutage tagtäglich in tausenden Supermärkten beobachten kann.
Bleibt anzumerken, dass unser Hollandaise-Wettbewerb nicht nur interessant, sondern auch sehr lustig war. Die Kinder waren mit Begeisterung bei der Sache, vor allem auch bei unserem selbst gemachten Melonen-Sorbet, das sie mit wahrer Begeisterung in großer Menge verspeisten.

Zum Schluss möchte ich noch einen Vorteil der Thomy-Fertigsauce nicht unerwähnt lassen: Da sie völlig ohne Butter auskommt, konnten wir sie unproblematisch über den Ausguss entsorgen.

Elke und Ralph

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Schlagworte: Kinder

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