Gelatine – mehr als nur glitschrig: Was ist eigentlich Gelatine?

Als ideales Gelier- und Verdickungsmittel wussten schon unsere Großmütter die gute, alte Gelatine zu schätzen. Was sie noch nicht wussten: Durch Gelatine kommen nicht nur unsere Speisen richtig in Form. Als natürliche Eiweißquelle leistet sie in unserem Körper wichtige Aufbauarbeit! Und in fettreduzierten Lebensmitteln beschert sie uns ein leichtes Leben, frei nach dem Motto: weniger ist mehr!

Wie war das noch mal mit dem Eiweiß…?

Eiweiße, oder auch Proteine genannt, sind für den menschlichen Körper unverzichtbar. Ständig finden in unserem Organismus völlig natürliche Auf-, Um- und Abbauprozesse statt. Damit diese fließenden Prozesse ungestört weiterlaufen können, müssen wir unserem Körper bestimmtes „Baumaterial“ liefern. Eine wichtige Rolle spielen dabei die Aminosäuren. Zu langen Ketten verbunden, bilden sie das Eiweiß. Entscheidend ist, dass der menschliche Körper in der Lage ist, nur einige Aminosäuren selbst herzustellen.

Neun der insgesamt für den Menschen wichtigen zwanzig Aminosäuren, kann er jedoch nicht selbst bilden. Sie werden daher als „essenzielle“ oder „unentbehrliche“ Aminosäuren bezeichnet (1). Ohne die Zufuhr dieser Aminsäuren über die Ernährung können bestimmte, lebenswichtige Funktionen des Körpers nicht aufrechterhalten werden. Zusätzlich gibt es auch noch Aminosäuren, die der Körper in bestimmten Situationen, etwa in starken Belastungsphasen, nicht ausreichend produzieren kann. Bei dieser Gruppe von drei Aminosäuren spricht man von semi-essenziellen oder halb-unentbehrlichen Aminosäuren(2).

„Natürlich(es)“ Eiweiß

Gelatine ist eigentlich ein reines Naturprodukt, das aus kollagenhaltigen Rohstoffen gewonnen wird. Als Ausgangsstoffe werden Schweineschwarten, Rinderspalt (ein Teil der Rinderhaut) und Knochen verwendet. Je nach Verfahren – mit Säure oder Laugen – dauert der Herstellungsprozess einige Tage bis Wochen. Das so extrahierte reine Protein enthält insgesamt 18 verschiedene Aminosäuren in unterschiedlicher Konzentration. Davon gehören acht zu den essenziellen und zwei zu den semi-essenziellen Aminosäuren. Damit leistet Gelatine einen wichtigen Beitrag im Rahmen einer gesunden, ausgewogenen Ernährung. Eine Beurteilungsgrundlage für die Qualität eines Eiweißes ist die biologische Wertigkeit. Sie drückt aus, wie effizient ein Nahrungseiweiß in körpereigenes Protein umgesetzt werden kann. Je „ähnlicher“ ein Nahrungseiweiß den Proteinen des menschlichen Organismus ist, desto besser kann es von ihm genutzt werden. Da Gelatine in der Regel als Zutat verschiedener Lebensmittel oder Gerichte eingesetzt wird, ergänzen sich die Aminosäuren der Gelatine mit anderen Eiweißquellen zu einer für den Körper hochwertigen Zusammensetzung. Beispielsweise kann durch die Kombination mit Molkereiprodukten oder Nüssen, die biologische Wertigkeit der Gelatine optimiert werden. Neben diesen hat Gelatine auch noch weitere positive Eigenschaften:

Die meisten treten ihn täglich an – den Kampf gegen die Kalorien! Was viele noch nicht wussten: das natürliche Lebensmittel Gelatine ist dabei ein enger Verbündeter. Fett- und kohlenhydratfrei sowie ohne Cholesterin und Purin, ist Gelatine der ideale Begleiter einer kalorienbewussten, ausgewogenen Ernährung. Aufgrund ihrer idealen Eigenschaften wird Gelatine häufig in kalorienarmen- und Light-Produkten eingesetzt. Also, wenn Sie das nächste mal einen extra cremigen, fettarmen Joghurt essen oder ein Stück fettreduzierten Käse mit besonderem Mundgefühl schlemmen, könnte Gelatine an dem speziellen Genuss ohne Reue beteiligt sein.

Tipp: Gelatine ist in vielen Lebensmitteln enthalten. Bekannt ist sie als Zutat in Gummibärchen, Wackelpudding, Tortenguss & Co., aber auch in Milchprodukten ist oftmals Gelatine enthalten. Ein schneller Blick auf die Zutatenliste hilft oft schon weiter. Wem Gelatine als Zutat in Lebensmittel noch nicht reicht, bekommt sie auch als Nahrungsergänzung in der Drogerie oder Apotheke. Regelmäßig eingenommen kann sie für feste Fingernägel, glänzende Haare und straffe Haut sorgen.

(1) Unentbehrliche Aminosäuren: Histidin, Isoleucin, Leucin, Lysin, Methionin, Phenylalanin, Threonin, Tryptophan, Valin
(2) halb-unentbehrliche Aminosäuren: Arginin, Cystein, Tyrosin
Quelle: ECC Kohtes Klewes; Frankfurt für „Gelatine Manufacturers of Europe“

Weitere Informationen über Gelatine:

Bookmark and Share

Schlagworte: Gelatine

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.