3.10.2003 : Der Tag des deutschen Eintopfs

Am 3.10. kochen Ute, Martin und Ralph live bei Radio-Z

Neulich saßen wir bei Federweißen und Zwiebelkuchen zusammen und das Gespräch kam auf die Vorgänge im Jahr 1989. Aus der Distanz der 14 Jahre und unter Co-Cooking-Freunden unterhielten wir uns über unsere Eindrücke, alte – und auch neue Meinungen und Vorurteile. Erfreulicherweise führte dieses Gespräch nicht zu der oft erlebten Trennung in Ossis und Wessis, zu Arroganten, Beleidigten und Gekränkten, sondern wir konnten über Erlebtes und Erfahrenes reden das Teil unserer individuellen Geschichte geworden ist.

Als ich mich darüber mit einem Mitarbeiter von Radio Z unterhielt, kam uns die Idee am 3.10. ein ‚gesamtdeutsches‘ Kochen im Radio zu veranstalten. Keine Ostalgiesendung, aber auch keine Sendung, die irgendwem diffamiert oder veräppelt. Eben einfach eine Sendung mit historischem Anlass, bei der wir uns über Gott und die Welt unterhalten und das beim gemeinsamen Kochen von einem exotischen Gericht, typisch für ein Land, das es heute nicht mehr gibt.

Welches Gericht würde besser zu dem Anlass passen als eines der klassischen Speisen, die auf keiner Speisekarte der DDR fehlen durfte: Die Soljanka

Bei der Soljanka handelt es sich um einen Eintopf in einer klaren Fleischbrühe.
Das Gericht ist wohl russischer Herkunft und bei unserer Recherche ergab sich eine große Variantenanzahl. Deshalb haben wir uns entschlossen die Rezepte zu verfeinern und unser eigenes Rezept zu kreieren, das wir hier veröffentlichen und am 3.10. um 16:30 Uhr in Radio Z (zu empfangen in Nürnberg auf der Frequenz 95,8 MHz) kochen werden.

Dann fiel mir noch ein, dass ich neulich auf www.weinplus.de entdeckt hatte, dass es in den wenigen Weinbaugebieten im Osten (Saale-Unstrut und Sachsen) sogar auffallend interessante Weine gibt, die ich schon immer mal probieren wollte. Martin Geiger erklärte sich auch gleich bereit einige der sehr gut bewerteten Weine des Thüringer Weinguts Bad Sulza zu organisieren, damit wir diese zu unserem Kochtermin am 3.10. verkosten können.

Weiter geht es mit dem Rezept der Soljanka…

Soljanka

(russischer Fleisch-Gemüse-Eintopf)

Wer Lust hat mitzukochen sollte spätestens eine Stunde vor dem Beginn der Sendung mit dem Kochen der Fleischbrühe beginnen. Fertigsuppen mögen wir nicht denn es soll ja ein guter Eintopf werden, keiner, der nach Natriumglutamat und Beutelsuppe schmeckt!

Zutaten für die Brühe:

Bei den Zutaten muss man anmerken, dass es nicht so genau auf die exakte Einhaltung der Mengen oder Zutaten ankommt. Man sollte hierbei ruhig variieren und mal gucken was der Kühlschrank so hergibt.

  • 750 g Suppenfleisch
  • Zwiebeln
  • Knoblauch
  • Bauchspeck
  • Suppengrün (Sellerie, Wurzelpetersilie, Möhren, Lauch)
  • Lorbeerblatt, Piment, scharfer Paprika, Salz, Pfeffer,

Speck auslassen, 750g Suppenfleisch mit Zwiebeln und Knoblauch in dem Fett anbraten, Lorbeerblatt, Piment, scharfer Paprika, und die Hälfte des gewürfelten Suppengrün, etwas Salz und Zucker dazu, mit Wasser (ca. 1,5l) aufgießen und 1h kochen;

Als Ergebnis erhalten wir eine klare Fleischbrühe, die wir durch ein Sieb gießen um die zerkochten Bestandteile herauszufischen.
Das Fleisch lösen wir von den Knochen und schneiden es in handliche Stücke. Das zerkochte Gemüse etc. kommt in den Biomüll.

Die Einlage

Die Zutaten für die Einlage schneiden wir in schmale Stifte und köcheln sie ca. 20 Minuten mit (Gemüse soll noch Biss haben, nicht total zerkochen!)

  • rote Paprika (evtl. noch gelbe und grüne)
  • saure Gurken (sind wichtig, sie geben dem Eintopf den säuerlichen Geschmack)
  • Kapern (ersatzweise wurden in der DDR auch sauer eingelegte Kappuzinerkressenknospen verwendet)
  • Bockwürstchen
  • Salami (muss ja nicht unbedingt sein…)
  • Bauchspeck (wir geben am Schluss nur den röschen Speck zu, den wir am Anfang ausgelassen haben)
  • evtl. gekochter Schinken
  • evtl. Oliven

Am Schluss Tomatenmark und Pfeffer zugeben und abschmecken (mit Salz, Zitronensaft und Zucker). Das Tomatenmark gibt der Suppe – die ja eigentlich klar ist – eine rote Farbe. Kann ich mir ehrlich gesagt auch noch nicht vorstellen…

Alternativ zur Paprika und Tomatenmark wurde in der DDR auch 1 Glas Letscho (ungarisch) verwendet. Das ist sämig gekochte eingelegte Paprika, Tomate, Zwiebeln und was weiss ich noch alles…

Die fertige Suppe auf die Teller verteilen und mit 1 EL saurer Sahne (oder Creme Fraiche) evtl. etwas Petersilie und/oder Dill garnieren;

Dieser gehaltvolle Eintopf beinhaltet wenig „Sättigungsbeilage“, weshalb man dazu getoastetes Weissbrot oder kräftiges Schwarzbrot reichen sollte.

Wir würden uns freuen wenn ihr live mitkocht! Ihr könnt gerne auch während der Sendung anrufen und eure Fragen stellen oder Kommentare loswerden.

Guten Appetit und einen schönen 3.10.2003 wünschen euch
Ute, Martin und Ralph

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